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Hass gegen Präsident Barack Obama, die allgemeine Unzufriedenheit mit der Obama-Administration, antigewerkschaftliche Einstellungen, Rassismus, Sympathien mit religiösen Ultras, die Abneigung gegenüber einer all zu starken Bundesebene: So in etwa lassen sich die Ansichten, Hintergründe und der Entstehungszusammenhang einer losen Gruppierung beschreiben, die seit etwa 2009 verstärkt Einfluss auf die US-amerikanische Politik gewinnen konnte, hier freilich insbesondere auf die Grand Old Party, die Republikaner, die im Quasi- 2-Parteien-System Amerikas klassischerweise den rechten Flügel bildet: die sogenannte TEA-Party, die, trotz der Bezeichnung „Party“ keine Partei bildet, sondern eben eine lose Zusammenrottung extrem konservativer Einstellungen ist, gewinnt mehr und mehr Anhänger. TEA-Party, in Anspielung auf die Boston-Tea-Party, nimmt Klagen über das US-Steuersystem bereits im Namen auf;  TEA steht für taxed enough already. Soziologen, so denn noch welche zu finden sind, wird kritische Wissenschaft doch gern mal eingestampft, finden die TEA-Party-Anhänger vor allem im ländlichen Bible-Belt, dort wo Amerika besonders abgeschnitten, noch religiöser und weniger weltgewandt scheint als anderswo, dort also, wo sich die Lieblingsaufreger-Themen der Westeuropäer über das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ wohl am deutlichsten kristallisieren.

Die halbwegs konkreten Forderungen der TEA-Party-Bewegung, so bunt zusammengewürfelt sie auch sein mag, decken sich mit den uralten Forderungen, die auch schon in der Boston-Tea-Party formuliert wurden, und insofern macht die Namenswahl durchaus Sinn: Es geht um weniger Steuern und weniger Staat; das, was Europäer am vermeintlich sozialen Sozialstaat schätzen, geht der TEA-Party ganz besonders deutlich gegen den Strich. Der alte Konflikt wird wieder deutlich, der die Engländer aus Europa fliehen und sie ein neues Heim im scheinbar leeren Land suchen ließ.

Ungefähr zur Entstehungszeit der neuen TEA-Party-Bewegung schrieb die deutsche ZEIT, es fehle Amerika eine intelligente, schlagfertige Opposition, die republikanische Party befinde sich in einem desolaten Zustand. Nun, die schlagfertige Bewegung ließ sich finden, und sie hat sich ob ihrer eigenen rechtskonservativen Ausrichtung hinter die Republikaner gestellt (obwohl es dann und wann heißt, die TEA-Party habe auch Schnittpunkte mit den Demokraten). Es fragt sich angesichts der (oben angedeuteten) kruden Ansichten dieser Bewegung, ob sich da eine intelligente Opposition gefunden hat, wobei „intelligent“ hier nicht im Sinne von „schlau, mit IQ ausgestattet“ verstanden wird, sondern vielmehr eine Wertung im Sinne von Sympathien zum Ausdruck gebracht werden soll. Das nur, um etwaige Kritik vorwegzunehmen … [to be continued …]

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