Home

Konstruierte Leselisten mit vielerlei Schnickschnack-Anspruch gibt es ja – viele. Die lauten dann so: „Lies ein Buch am Tag.“ Für Weltbild-Veröffentlichen mag das gelingen, auch wenn es sich durchaus qualvoll gestalten wird. „Lies jede Woche ein Buch mit einem „Ei“ auf dem Cover.“ Ich sag ja: Schnickschnack. „Lies alles von Karl May.“ Na, viel Spaß.

Es geht aber auch so: „Such dir Bücher mit ältlichen Herren auf dem Cover, lies und verstehe es.“ Bei einem solch vagen Auftrag landet man unter Umständen noch bei Schmidt/Steinbrück. Formulieren wir demnach präziser: „Subtrahiere das dumm-falsche Schachbrett und addiere einen Begriff von Wahrheit.“ Womit wir dann bei Adorno und Horkheimer angekommen wären und ihrer „Dialektik der Aufklärung“.

Da haben wir – zumindest in den neueren Auflagen – das vorderseitige Cover mit den Potraits besagter Herren, die ja, man kommt nicht drum rum, es einzugestehen, so quasi die Popstars der Kritischen Theorie sind, deswegen auch die götzenhafte Abbildung, der MajaSchwarz deutlich zuspricht, und ohne die sie das Buch nie in die Hand genommen hätte, wenn schon sonst nix Buntes drin ist neben all den Buchstaben.

Auwei, da wäre er: Der Fettnapf, riesengroß-überdimensioniert, Herberge sämtlicher Friteuse-Abfallprodukte aller McFastfood-Filialen weltweit, und noch dazu der heimischen Friteuse-Müllereien sozial-schwacher Schrott-Esser: Ist nicht Hork-Ornos Kritik der Tauschgesellschaft ein Residuum gegen Ideen-Vermarktung, zumindest: Sollte dies nicht Anspruch sein, wenn schon nur erhoffte Wirklichkeit? Und MajaSchwarz verfällt hier nun in pubertäre Anhängerschaft?

Nun, die Trailer zum Buch sind ja vielversprechend, wenn auch der Plot hinlänglich schon aufgelöst ist: Aufklärung ist unser aller Heil, aber ist in ihrer genetischen Ausstattung schon so unglücklich verformt, dass uns dieses Heil verschlossen bleibt. Heilung von der kranken Genanlage jedoch scheint noch immer möglich, ein positiver Begriff der Aufklärung soll vorbereitet werden. Der Mörder ist also der Butler, soviel ist klar. Uuups, jetzt gesellt sich noch der BurgerKing zum Fettnapf dazu, denn: Philosophie, eigentlich, ist nicht zusammenfassbar, so Adorno. Trotzdem: Die Dialektik des Wiesengrunds versucht an dieser Stelle, kommunizierbares Erlesenes darzustellen. Geben wir der Rubrik doch eine Chance, zumindest bis zur Vorrede. […]

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s