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Den neuen Wanderführer im Gepäck, Stullen geschmiert und das Hanuta vergessen, ging’s heute von daheeme in Richtung Berlin. Wir betreiben ja Datenschutz, deswegen fehlt an dieser Stelle die Kilometerangabe. Soviel sei gesagt: Es hat gereicht, um hinterher halbwegs k.o. zu sein.

Nach’m Zug (mit nicht näher bestimmter Anzahl an Umsteigezügen) gab’s Wald, und Seen, und verlandende Bachseen, und die Frage, was das eigentlich ist, so ein verlandender Bachwaldsee, und ob Wallander damit zu tun hat, weil irgendwie klingt ja beides gleich (zumindest wenn man wandernd den Waldweg entlang hechelt und das Hecheln die fremden Wörter schluckt).

Es gab natürlich auch Pausen, nicht so viele, wir sind ja sportlich. Bei der ersten, am nicht verlandendenden Bachsee, an der großen Badestelle, dort, wo ein einsames Handtuch seit dem letzten Spätsommerherbst schon auf seinen Besitzer wartet, bei Stullen, Mate und einem Geschmackstest an roter, gelber und grüner Paprika gab’s plötzlich auch Rascheln im Wald, Rascheln das anders war als das vorige der Feldmaus. Was sah mein ängstlich erschrockenes Äuglein: Eine Schlange, oder Blindschleiche oder sowas. Man war aber ganz stolz auf mich: Ich sprang auf, ohne zu schreien. Schlimm erschrocken und in Gefahr war ich trotzdem; ich habe sogar das Stück Apfel zurück in die Stullenbüchse geworfen, und wenn ich Essen verwehre, das will schon was heißen. Und jetzt, so im Nachdenken, mit wieder halbwegs beruhigtem Puls und gleich gewaschenen Füßchen, da frage ich mich auch: Will das was heißen: Eine Schlange, ein weggeworfenes Apfelstückchen, von dem nicht abgebissen wurde? Wäre ich vielleicht die von Gott bevorzugte Eva gewesen?

Nunja, eine grausige Vorstellung für meine ungläubige Wanderersseele! Es trug sich ja auch noch zu, dass später dann, am Amtssee, auf der anderen Uferseite, und demnach mit Blick auf das Kloster Chorin, einige Anbadende zugegen waren. Vom warmen Wetter wohl noch überrascht, von der Badelaune spontan übermächtigt, krochen sie nackend in den kleinen See, der, warum auch immer, so bürokratisch heißt. Nun, beim Hinaussteigen und Sich-Trocknen standen die dann so in voller Blöße. Ich so, schüchtern, den Apfel weggeworfen habend als die Schlange an mir vorbeizüngelte, blickte beschämt an den Nacktbadern vorbei. Ihre Pos bildeten dabei eine freundlich rot strahlende Umrahmung für den Panoramablick gen Kloster.

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