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Studien gibt es noch und nöcher. Studien, die den gesundheitlichen Nutzen von Kaffeegenuss belegen. Studien über zu zögerliches Radfahren im Kreise all zu vehementer Autofahrer. Aber, und das ist schade – nicht schade in Bezug auf das Erforscht-Worden-Sein, sondern schade in Bezug auf den untersuchten Gegenstand: Queere Jugendliche in den Wirren der Welt.

SMYAL, die Sexual Minority Youth Assistance League in Washington, D.C., verlinkt auf ihrer Facebook-Präsenz regelmäßig zu diesen Studien, sie zeigt viel zu oft Zeitungsartikel auf, die von noch einem Selbstmord eines queeren Kids berichten, Artikel, die traurige Geschichten von Bullying, von Mobbing und körperlicher Gewalt erzählen, die all zu oft eben auch in der letztendlichen Gewalt eines jungen Menschen gegen sich selbst zusammenlaufen, Gewalt, die um nichts in der Welt rückgängig zu machen ist.

„Sticks and Stones will break my bones – but words will never hurt me?“ Gewalt gegen lsbt-Jugendliche fängt lange an, bevor eben dieser junge Mensch möglicherweise Selbstmordgedanken entwickelt.

Um den entgegen zu wirken, um ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen gibt es sowohl bei SMYAL als auch in Berlin Widerstand, Aufklärungsarbeit, Seminare und darüberhinaus eine Menge direct action.

So haben sich heute, am Männertag, der dieses Jahr auf den viel wichtigeren Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie fiel, dutzende queere Jugendliche zu einem Flashmob zusammengefunden, um in der Stadt verteilt für ein queeres Jugendzentrum, einen „Safe space to be who you are“, zu plädieren. In der U-Bahn, der S-Bahn, am Alexanderplatz, gegen Junggesellenabschiede antretend, am Potsdamer Platz und anderswo bauten sie aus Kreppband ein Jugendzentrum auf den Boden, hielten Reden zur feierlichen Eröffnung dieses neuen Zuhauses für lsbt-Jugendliche. Zwischen den Stationen spielten sie in den Bahnen Laute-Stille-Post und beteiligten die ZuhörerInnen so an der Debatte um die Finanzierung eines queeren Jugendzentrums.

Während es also Studien noch und nöcher gibt, während in Berlin oder Washington und überhaupt noch zu viel Homo- und Transphobie grassiert, ist es an der Zeit, diesem Noch- und-Nöcher an diskriminierender Gewalt mindestens EIN queers Jugendzentrum hier in Berlin entgegen zu setzen.  Der IDAHO*T ist ein Anlass, dafür ein Zeichen zu setzen, nötig ist jedoch Engagement über die heutige Aktion hinaus – Infos gibt es unter anderem hier, sogar mit Online-Petition!

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