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Momentan befasst sich MajaSchwarz ja schwerpunktmäßig mit dem Thema Bücher lesen, Bücher aussetzen und Menschen kennenlernen.

Vorausgegangen ist u.a. ein Interview mit Lakritzschnecke, die seit einigen Jahren BookCrosserin ist. Die gleichen Fragen, die Lakritzschnecke gestellt wurden, gingen auch an eine andere BookCrosserin, Frau_Schmitz. Dabei ist erstaunlich, wie unterschiedlich die jeweiligen Antworten sind, obwohl sich an den Fragen nur wenig geändert hat. Lest selbst.

 

Hallo Frau_ Schmitz,
magst Du uns ein paar Dinge über Dich erzählen? Wie alt bist Du, was machst Du so?

–> Das ist ganz einfach : ich bin 37 Jahre jung, wohne in der Schloßstadt Brühl. Da ich einen 20 Monate alten Jungen habe bin ich für ihn noch zu Hause und das freut auch unseren 12 Jahre großen Jungen. Dazu bin ich verheiratet und habe somit 3! Jungs um mich herum. Beruflich bin ich Erzieherin.

Seit wann bist Du denn beim BookCrossing dabei?

–>Seit einem Jahr genau.

Wie viele Bücher hast Du denn schon in die freie Wildbahn entlassen? Und hast Du die auch alle gelesen?

–> Nein, ich habe sie nicht gelesen und daher dachte ich, daß sie mal jemand lesen könnte. Das waren ungefähr zwanzig, wovon bisher 1 nur hier eingetragen wurde. Das ist eine ziemlich schlechte Quote 🙂

Und wie viele hast Du gefunden? Hast Du die auch alle gelesen?

–>Bisher: 0 und liegt daran, daß ich meist zur falschen Zeit am falschen Ort bin, denn in Brühl gibt es kaum freigelassene Bücher (wild releases).

Ich schicke mir die Bücher meistens als „Weitergaben“ hier mit den Usern hin und her.

Dann bekommt man auch eine Garantie, daß das Buch hier bei BC eingetragen UND meist sogar gelesen wird. Bei den zu verschickenden Büchern bemühe ich mich, sie vor dem Schicken auch gelesen zu haben. Das gelingt nicht immer.

Was würdest Du als den ungewöhnlichsten Ort bezeichnen, an dem Du je ein Buch ausgesetzt hast?

–>Nun, da war ich bisher noch nicht sooo einfallsreich – es waren Bänke im Schlosspark oder vor dem Bahnhof….aber da bringst Du mich grad auf eine Idee !

Warum machst Du denn das Ganze?

–>Die Bücher stehen hier Jahrelang im Regal herum. Es geht nur um den Besitz und das stört mich. Dazu kommt, daß ich meistens Bücher nur einmal lese und dann nie wieder. Ich finde es toll, wie ein Buch so seine Reise macht und was andere zu diesem Buch sagen. Die soziale Komponente der Verbindung finde ich sehr spannend und gefällt mir total.

Ist das kostenlose Weitergeben von Büchern nicht auch ein bissel wie das Brennen von CDs – Klau am geistigen Künstlereigentum?

–>Öhm, nein 🙂 ich sehe BC als eine große überdimensionale Bibliothek. Die Bücher sind meistens älter, als Mängelexemplare gekennzeichnet oder sind teilweise auch garnicht mehr auf dem Markt zu kaufen. Selten begegnet mir ein Schinken den ich mir selbst gekauft hätte. Übrigens bezahlen Bibliotheken kein Geld an die Autoren oder Verlage, obwohl sie deren geistiges Eigentum stets weiterverleihen, oder? *gg

Wie stellst Du Dir die Zukunft von BookCrossing vor, und wie die Zukunft des Büchermarkts insgesamt?

–>Nun, ein Buch ist in meinen Augen ein „Kulturgut“ und ich denke nicht, daß das Buch als solches sich davon macht, wie z.B. die Platten durch CD`s ersetzt wurden. Ich meine, daß die Menschen von BC schon genau darauf achten, daß es weiterhin Bücher geben wird, gerade wenn man es als Kultur betrachtet.

Der Konkurrent ist ja zur Zeit das e-book und ich selbst habe auch einen Reader aus mehreren Gründen. Einmal aus Platzgründen (seit BC steht hier trotzdem alles voller Bücher *lachend) und ein Reader ist gerade beim Lesen im Bett neben dem kleinen Kinde von großem Vorteil ( es ist sooo leise beim blättern ) und manchmal sehe ich auch die geringeren Kosten für ein Buch : wie z.B. die Gutenberg Aktion.

Aber es ist immernoch etwas anderes ein Buch in der Hand zu halten oder einen Reader. Das ist ein sehr emotionales Thema.

Solange das Buch als Kulturgut gesehen wird, solange wird es auch Bookcrossing geben, dessen bin ich mir sicher !

Vielen Dank für das Interview!

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3 Kommentare zu “Eine große, überdimensionale Bibliothek

  1. „Übrigens bezahlen Bibliotheken kein Geld an die Autoren oder Verlage, obwohl sie deren geistiges Eigentum stets weiterverleihen, oder?“
    -> Doch sie zahlen an die VG WORT, die ihrerseits das Geld unter den Verlagen und Autoren aufteilt (vgl. GEMA bei Musik/ern).

  2. Nein, nicht den Verkaufspreis. Wohl eher Centbeträge (pro Entleihung). Genaueres kann dir aber die VG-Wort sagen.

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