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Fußball. Ich schreibe mal über Fußball. Sicher, ich hätte statt über Fußball und die grade laufende Männer-EM zu schreiben auch gern eine neue Reisetasche, in die ich mich hineinlege, ein Photo davon mache, und das ganze dann bei Facebook poste. Aber erstens hat das Sibylle Berg gestern schon gemacht, und wenn ich das jetzt nachahme, dann ist das wie hegemännern, nur mit Bildern statt mit Text. Zweitens ist auch grade niemand hier, der mich in meiner Reisetasche photographieren würde, zumindest niemand, der solch ein Portrait meiner Person nicht merkwürdig genug finden würde, um zukünftig nicht mehr mit mir zusammenwohnen zu wollen. Ach, und so ein Selbstauslösedingens habe ich auch nicht, dafür aber bald Geburtstag. 😉

Aber äh – Fußball, ich wollte ja über Fußball schreiben. Also, ich so, eben so, das Spiel ist grade in seiner ersten Viertelstunde, muss so die Simon-Dach-Straße entlang, nehmen wir mal an, ich Unglücksseele wohne da. Naja, jedenfalls sitzen überall in den Cafés, Bars und Kneipen all die Menschen mit schlechten Geschmack in Bezug auf Abendgestaltung – aber anstatt sich halbwegs im Zaun zu halten, sitzen diese Ollen beidseits meines Weges – Stühle sind extra hindrappiert worden, so dass ich mich, mit dick-schwerem Sportsäckelchen (ja, von selbstgemachten statt lediglich begucktem Sport) und sonnenverbrannter Rotnase mit tiefem Elan und voller Begeisterung durch den Menschenschlauch hindurch bugsiere. Hach, mein fußballentnervtes Gesichtchen auf dem Marsch durch die Institution des Public Viewing, und dass, wo ich auch dann noch auf’s Äußerste unfreundlich gucken kann, wenn mich eine Sache wirklich begeistert! Man mag sich also meine erheiterte Mimik vorstellen  bei so etwas Erheiterndem wie – Fußball, die ganze Straße entlang.

Hach, ich quäl mich mit dem Täschchen also noch den Menschenschlauch entlang, hake mich dabei hier und da fest. Als ich dann im Himmelreich ankomme (äh, gehen wir mal davon aus, ich wohne da), da fällt just in diesem Augenblicke (mir zu Ehren?) das erste Tor. Und das ist dann also die Jubelthrombose, da platzt ein Gerinnsel schlechter Wohnzimmerangewohnheiten – Biertrinken und Freudenrülpser – aus der Fanmenge heraus. Das ist auch etwa so angenehm wie ein Blutgefäß, das im Koppe platzt, das überlebt man ja meistens nicht. Ich jedenfalls bin erstmal erschrocken, was ich durch Gucken deutlich zum Ausdruck bringe. Ach, und dann isses auch im Himmelreich so voll, ich gucke suchend hin und her, und brech dann fast und wieder auf. Zuhause angekommen (zwischendurch der Knallalarm, der das zweite Tor begleitet) setze ich mich anstatt Fußball anzugucken an diesen Text über’s Fußball-nicht-leiden-können. Naja, ab und an bricht ja Gruppendruck und sowas wie Interesse an diesem Sport in mir aus, aber um realitätsnah nachzuahmen, wie lang so ein manchmal aufkeimendes Interesse für Fußball bei mir so anhält, bricht dieser Text an dieser Stelle abr …

 

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