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Nadja Drygalla, die Sportlerin, die derzeit wegen ihrer Bekanntschaften in der rechtsextremen Szene in der Kritik steht, bekommt nun Unterstützung: Ihre Liebe, die sie vor den Sport stellt, sei beachtenswert, und gegen sie laufe lediglich eine Hetzjagd. Ihr Freund, von dem noch nicht ganz feststeht, ob er NPD-Mitglied war oder noch ist (oder im Herzen immer sein wird), sei ein „Verirrter“. Harald Martenstein, der Drygalla im Tagesspiegel stützt, sowie jene Ansichten, die in rechtsextremen Meinungen nur so etwas wie einen Ausrutscher bzw. eben eine „Verirrung“ sehen, und Drygallas Beistand für ihren Freund demnach rechtfertigen, übersehen das Folgende: Nämlich dass eine Parteimitgliedschaft in der NPD zwar rechtlich okay sein mag, Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere solcher, von der NPD vertretende „Werte“, durchaus nicht einfach eine Meinung sind, sondern die Grenzen des Legitimen sehr wohl verlassen haben, auch wenn die NPD als Partei erlaubt sein mag.

Dass Drygalla nun vorerst jegliche Sportförderung vorenthalten werden soll (zumindest, bis der Fall letztlich geklärt, ihr Standpunkt zu ihrem Freund und dessen Menschenbild zweifelsfrei offen gelegt wurden), sind also keine Hetzjagd, sondern folgerichtig bei dem gegen sie erhobenen Verdacht. Zumal Drygalla nicht einfach Brötchen verkauft: Sowohl ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen, als auch ihr Job als Polizistin sind Positionen mit hohem Repräsentationswert: So national aufgeladen Sportveranstaltungen nämlich sind (gleich ob man das mag oder nicht): Drygalla geht nicht nur rudernd ins Rennern, sie vertritt eben (in den Augen jener, die Olympia nunmal national und weniger sportlich interpretieren) auch ein Land. Egal welches dieses Land sein mag – es wird – hoffentlich – einen solchen Vorwurf prüfen, und sein Pferd aus dem Ruderboot nehmen, solange die Frage rassistischer Weltanschauung im Raum steht. Für Deutschland gilt das noch mehr als für andere. Aber ob in Berlin, Rostock oder anderswo wünsche ich mir, dass die Polizei, wenn schon Polizei, dann nicht noch mit einem Nazi-Rücken das jeweilige Land repräsentiert. Drygallas (momentane) Auf-Eis-Legung ist also folgerichtig, schließlich geht es nicht um irgendeinen Bekannten, der zufällig bei Scientology gelandet ist – Martensteins quasi Gleichsetzung von NPD und Scientology ist schon krude genug, um seine Meinung nicht zu teilen.

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