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Alle zahlen, alle reden. Über den neuen Rundfunkbeitrag. Aber die Diskussion wird völlig falsch geführt. Hier eine Richtigstellung

 

Nicht nur der Schatz, dem Bilbo Beutlin und die 7 (plus einige) Zwerge hinterherlechzen, ist Antrieb für diesjährige Jahreswechsel-Debattierrunden. Nein, auch andere weltliche Werte stehen derzeit hoch in den Schnack-Runden, in den privaten un-digitalen ebenso wie in denen, die uns die Flimmerkiste ins Wohnzimmer zerrt. Eine dieser Aufreger-Diskussionsrunden befasst sich mit einem Wertewechsel im Sinne einer Wertsteigerung, genauer: Einer Tariferhöhung.

Nein, die Rede ist an dieser Stelle nicht von dem neuen Preissystem bei McFit (dem Privatfernsehen unter den Fitnessstudios), sondern eher von der Gebührenerhöhung bei ARD und ZDF (plus einigen weiteren kleinen Cousinensendern). Und hier haben wir es nicht nur mit einer Kostenerhöhung zu tun, auch der Inhalt wird erhöht. Zahlten wir eben noch Gebühr (bzw. drückten uns hartnäckig und erfolgreich davor), ist nun unser Beitrag gefordert. In Zeiten der Digitalisierung, wo jeder einen eigenen Youtube-Kanal erstellen kann, und dem Tatort somit mächtig Konkurrenz machen kann, ist es lange an der Zeit, dass ARD und ZDF von uns einen Beitrag einfordern. Weg mit den kostspieligen, halsbrecherischen und langweiligen Endlos-Übertragungen der Winter-Sommer-Frühling-Herbst-Meisterschaften. Druff jeschissen, dass diese allvierteljährlichen Programm-Zeremonien uns Tradition zu bieten hatten, einen Anker, einen Erinnerungspunkt, der uns an Kindertage denken ließ, an denen wir, mit dem Geschwisterkind, vor dem prähistorischen Abspielgerät saßen, es 17 Uhr wurde, und aus beider Kinderkehlen „umschaaaalten“ gerufen wurde: Das Gerät so abenteuerlich alt, dass die Kinderhände das Umschaltknöppel keinesfalls selbst bedienen durften. Aber Nachrichtensendungen waren öde und dröge, zumindest, wenn man erst sieben ist.

Weg also mit diesen Erinnerungen, den Traditionen, die uns ARD und ZDF zu bieten hatten. Mag ihr Programm auch oft doller Mist sein: Man weiß dann eben, dass man nachmittags die „zwei“ auf der Fernbedienung locker überspringen kann. Was für eine Erholung! Die Minimierung der Auswahlmöglichkeiten ist ein Wellness-Programm sondergleichen. Youtube dagegen hält uns auf Trab und bereitet uns Augenflimmern. Noch schnell in dieses Video hineingeguckt oder in jenes – man zappelt sich durch die Kanäle, reagiert epileptisch, und hat doch keinen Gewinn. ARD und ZDF mit ihren Unguckbarkeiten – Der TraumlandFalkenau-Schiffs-Arzt – unterstützen uns dagegen in der eigenen Selbstverwirklichung: Stolpert mal wieder der Alte durch’s Bild, hab‘ ich derweil bestimmt 100 Seiten gelesen oder 10 geschrieben. Das ist doch was.

Jetzt betrachten ARD und ZDF diesen unseren Beitrag nicht nur als zufälliges Abfallprodukt, nicht nur als Kollateralschaden ihrer Programmstruktur, nein, sie fordern ihn regelrecht ein. Die Debatte um die neue Gebühr muss also anders gestellt werden: Frage nicht, was ARD und ZDF für dich tun können, frage, was Du für ARD und ZDF tun kannst.

MajaSchwarz folgt dieser (öhem … selbstgestellten) Aufgabe selbstredend sofort, und bietet hier als bald eine Liste an Rundfunkbeiträgen, die sie der Fernsehradiomedienwelt bisher gestellt hat. Stay tuned. (Solange können sie gern noch das Testbild angucken. Sie wissen: Das mit dem Pinguin oben links …)

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