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Das Buch gelesen, dann den Film gucken – immer wieder eine heikle Diskussion

So, der Diskurs hier lautet folgendermaßen: Wenn du das Buch kennst UND den Film, musst du jetzt ganz viel darüber palavern, dass ja das Buch zig mal besser ist als der Film, so ein Film, der kann ja gar nicht alles umsetzen, was das eigene Gedankenkarussell so in Gang bringen kann. Also auf die Filmemacher schimpfen, in dem Fall irgendwie Hollywood (da ist schimpfen sowieso immer sehr en vogue), an jeder Auslassung rummeckern, über jedes Zusatzdetail des Films sich auslassen, dabei kannst du dann aber auch auslassen, um welches Buch und welchen Film es eigentlich geht, denn für den Diskurs „ein Buch und dessen Filmversion“ ist’s egal, wer oder was die konkrete Grundlage ist, Hauptsache, es werden die alten Stereotype heruntergespült. Also hier dann: Der Wald ist viel waldiger, als ich das vom Buch her gedacht hätte, die haben das mit dem Hochbeamen der Leichen ausgelassen, Rue stirbt viel früher als im Buch, voll der Scheiß! Und überhaupt!

So in etwa muss sich ein Stammtischgespräch zur Filmversion von „The Hunger Games“ wohl anhören (wobei über Stammtischgespräche nicht mehr gemeckert werden soll, das wäre Klassismus, auch wenn die konkrete Kritik an ebendem die Nazi-Attitüde des gemeinen Stammtischpalavers übersieht). Gut, gegen Platituden hilft ja Nackigkeit, also her mit dem autobiographischen Filmgeplauder:

Ganz bewusst lagen zwischen Lesen und Gucken ein paar Monate, um nämlich dem Film Raum zur Eigenständigkeit geben zu können, ihm zu gestatten, halbwegs eigenständig zu funktionieren. Sicher, die Welt von Panem hatte ich mir anders ausgemalt, die Arena, in die Katniss Everdeen geworfen wurde, war in meiner Vorstellungswelt viel künstlicher, weniger realer Wald wie eben im Film. Und Katniss war im Film viel weniger zweifelnd, ihr fehlendes, erst wachsendes (?) Heldentum ist im Buch, zumindest in Teil I und II viel deutlicher als in der Leinwandadaption. Dafür haben die „Gamemaker“ im Film eine tolle Sichtbarkeit erlangt, eine, die die Ich-Perspektive im Buch nicht herstellen kann.

Hach, ein Reigen aus Für und Wider, eine Herrlichkeit. Vielleicht konnte ich während des Films durchaus allein auf die Toilette gehen, ohne mir ins Hemd zu machen – was beim Lesen anders war – aber schlussendlich fühlte ich mich bei beiden Versionen der „Hunger Games“ unterhalten, der Film war nicht wirklich schlechter als das Buch, und das Buch nicht besser als der Film. Jedes war gut auf seine Art, for Katniss‘ sake!

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2 Kommentare zu “Wow! Der Film war mindestens genauso gut!

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