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Ob in Prenzlberg, Hohenschönhausen oder am Frankfurter Tor: Es ist allerorts in aller Munde: Wer ein guter Berliner sein will, muss die Schwaben dissen, vorzugsweise so, dass die sich gleich wie der gemeine Jude fühlen, und bitte bald das Weite suchen, noch bevor in Bälde die Stuttgarter Dialektsgesetze erlassen werden.

MajaSchwarz nun aber outet sich: Trotz Linguistikstudiums und meiner (wenn auch nicht romantischen) Liebe zu Laurel J. Brinton – die Eigenarten schwäbischer Mundart springen mir nicht ins Auge. Da mag neben mir einer im Brotstübchen ein Brötli bestellen, und dabei laut und deutlich „Wecken“ denken – ich höre es nicht. An mir geht der gemeine Schwabe mitsamt seiner besonderen Konsonanten, Vokale und sonstiger Lautspielereien ungesehen vorbei. Unerkannt, ungedisst.

Daher, liebe alle Prescriptionism-fanatische Ur-Gesteins-Berliner:  Bitte spielt doch was Schönes. Geht Geocachen, springt am Badeboot in die Spree, fahrt Daimler, Porsche oder Bosch oder studiert mal was – aber bitte macht Schluss mit der Affektiertheit über Brötchen, die sich Wecken nennen und sich am liebsten mit Spätzle paaren möchten.  Mit dem Schwaben-Bashing hält man nämlich nur vermeintlich das eigene Brötchen hoch. Als Blödchen entlarvt man sich allemal.

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Ein Kommentar zu “Zu doof für’s Schwaben-Bashing

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