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John Green ist in aller Munde.  Muss man gelesen haben. Wenn man durch die Buchläden streift, und bei den Jugendbüchern um Stephenie Meyer drumherum kommen will, landet man ziemlich automatisch bei John Green. Vielleicht hilft einem das Gespräch mit der freundlichen Buchhändlerin, die Alternativen einzugrenzen, sich eine Schneise im Dickicht der (amerikanischen) Kinder- und Jugendliteratur zu schlagen. Aber irgendwie landet man doch bei Green, dem Autor von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Grundsätzlich keine schlechte Empfehlung, denke ich mir, die Buchhandlung Uslar&Rai zähle ich durchaus zu den Buchhändlern meines Vertrauens.

Dann aber. „Eine wie Alaska“ enthält keine Trigger-Warnung, aber vielleicht hätte ich mir die gewünscht. Sicher – die Wendung ist nicht unvorhersehbar, und doch war ich beim Knall in der Mitte der Geschichte geschockt. Eine der Figuren stirbt, soviel sei nun doch verraten. Ein Unfall. Bäm. Ein Marschflugkörper, der mitten ins Mark geht. Oder doch kalt lässt? „Pummel“, die Hauptfigur, straumelt dann durch eine Reihe von Trauergefühlen, sucht, findet nicht (wie auch?), findet doch (wieso am Ende auch nicht?), ist verzweifelt, handelt doch, zum Schluss ein Ab-Schluss, irgendwie wird alles gut.

So kann man „Eine wie Alaska“ zusammenfassen. Kann man aber nicht, ohne nicht noch Alaska zusammengefasst zu haben. Die ist toll. Tough. Überhaupt gibt es im Buch viel Toughes. Jugendliche, die viel direkter über Sex reden, als ihreunsere Eltern. Die aber doofe Internats-Pennäler-Streiche spielen, als wären sie gerade mal 7 oder 8. Und Alaska ist immer wieder mitten drin, und doch außen vor. Raucht. Trinkt. Liest unglaublich viel und wünscht sich als finalen Schulstreich eine Darbietung an Sexismus.

Wie diese Showeinlage Sexismus im Buch aussieht – davon möge man sich überraschen lassen, Triggerwarnungen gab’s an dieser Stelle genug, zu Spoilern sollen sie sich nicht entwickeln.

Aber lohnt sich das Selber-Lesen? Nun, das Buch war immerhin für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, das Autorenprofil bei Wikipedia zeigt einen noch recht jungen Autor, dynamisch, dem traut man zu, dass er nicht nur das (vermeintlich) Altbewährte widerkäut, das es auf dem Buchmarkt ohnehin schon gibt (und das die aktuelle Debatte um den Deutschen Jugendliteraturpreis begleitete). Aber, so fasse ich es mal zusammen: Während das Buch sich um einen Unfall herum aufbaut, aufsteigend und absteigend, ist es kein Unfall, es gelesen zu haben. Es nicht zu lesen jedoch ist auch keiner; um John Green kann man durchaus unbeschadet drum herum kommen.

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