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Marseille, du Kulturhauptstadt. Was ich in dir kultiviere, das ist zunächst einmal ein Sonnenbrand. Während du „2013“,  als das Jahr, in dem du dich als Gravitationszentrum der westlichen Hemisphäre inszenierst, feierst und feierst, gehe ich an dein Außen und lass mir an deinen Stränden und auf den Calanques die Sonne auf den Pelz brennen. Mit jedem weiteren Bad sous soleil tätowiere ich mir mein Weißsein tiefer auf die Haut. Ich bin hier, bin in dir, an deinem Strandrand, ich bin nicht bettelarm, ich kann die Sonne genießen, ich hausiere nicht durch Noailles. Dein Sonne – die scheint für alle gleich, aber deine neuen Museen bieten nur den Zentren Obdach, sind nur Heim für die vermeintliche Mehrheit deiner Bewohner. Du reduzierst die Herkömmlinge, wenn du deine Geschichte erzählst – das Musee d’histoire sammelt mit weißem Blick. Von den Anderen – von denen zeigst du in extra Vitrinen. Sie sind nicht Teil, sind immer anders, sind

schwarzgastarbeiterinschwulbehindertlesbischkomischandersandersanders. Du sondierst, was weiß ist, schreibst zweierlei Kultur, umarmst nicht. Während dein Kulturjahr vermeintlich Geist zeigt, da liegt draußen, auf der Canebiere, neben dem Museum,zu viel Hirn. Bettelt, blutet, schwärzt, was du weich zeichnen willst. Marseille, du Gewaltstadt.

 

 

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