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Als ich neulich so durch Paris spazierte, achtete ich – Touristin ich – auf allerlei Werbung, in dem Fall die für eine Ausstellung im Musée d’Orsay – Männlichkeit. Nackte Männer von 1800 bis heute.

Ganz zufällig also, kurzentschlossen, frug ich am Eiffelturm, wie ich denn zum Louvre käme – à pied.

Eine gute Stunde lang stakste ich guckend an der Seine entlang, bevor sich mir rechterhand das Musée d’Orsay zeigte. Zwei knappe Stunden spazierte ich durch die sauteure Ausstellung, für die die Bilder sprechen mussten, weil sämtlicher Text auf Ausländisch, also – Französisch – war, Übersetzungen ins Englische spärlich, ins andere Sprachen schon gar nicht.20130926_141821

Worum ging’s? Nun, es ging um den glorifizierten männlichen Akt – meist schön, gestählt, heldenhaft. Abweichungen gab es erst in jüngerer Zeit; da tauchten ein paar Fette und Schmächtige auf, da wurde dann auch Schmerz und Verletzlichkeit abgebildet. Die ersten anderthalb Jahrhunderte aber zeigten: Männer. Helden. Manchmal ein Hinweis darauf, dass Held sein nicht immer einfach ist. Aber dennoch: Weiter im Text, beziehungsweise im Bild: Schöne nackte Männer. Die starben irgendwie alle, retteten noch schnell den oder die Angebetete, trauerten, schmachteten.

War das nun Spiegel oder Meinung der Aussteller, (fast) nur die Schönen zu zeigen? Ich weiß es nicht; ich schätze, dafür hätte ich mehr von den Texten verstehen müssen.

Schön aber – als ich nach draußen trat, posierten gerade Soldaten vor dem Ausstellungswerbetäfelchen. Schön sterbende männliche Männer drinnen, uniformierte M*r*d*r draußen.

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