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Ein neuer alter 11-Stunden-Tag. Doofe Dozenten, doofe Studenten, gemeine Akademie. Nach 90 Minuten S-Bahn will ich abends/nachts, weil ich’s kann, am Umsteige-Bahnhof Geld holen. In der Bank: Polizei und Sanitäter, irgendwer am Boden. Vielleicht krank, vielleicht tot. (Ich denke an Marseille, die Canebiere.)

Und S. kommt mir in den Kopf. Bilder, Texte, von denen sie eben in der Uni sprach. Darfur. Geflüchtete. Menschen,  die die Hilfslieferungen der UNO nicht annehmen wollen, weil sie die Wahl zwischen „nur Vergewaltigung“ und getötet werden haben. Kein Essen zu haben, keinen Besitz, erhöht auf perfide Art kurzzeitig die Überlebenschancen.

Am Alexanderplatz weitere Obdachlose am Boden, Security drumherum – wen oder was beschützen die? Mir geht ein Stich durch den Magen, Traurigkeit und das Gewicht der Welt zerplatzen auf meinen Schultern, implodieren und zerreißen mich bald. Fast.

Und die Überlegung? Ist das Trope, Effekthascherei? Wem diene ich, außer den Klickzahlen? Mache ich mir nicht das Gewissen rein, indem ich die Randgruppen beblogge? Aber wohin mit dem Gewicht, wenn nicht raus in die Welt? Tagebuch schreibt doch keiner mehr im Keller. (Hoffentlich!) Aber was soll rein, in den Blog, wenn denn nicht Pestobrote? Die Welt drückt, und mit ihr ihre Schlechtigkeit. S. sagt: Die Welt soll enden, jetzt. Meteor, alle tot, alle weg. Wir sind wilde Kreaturen, die zu so viel Schlechtigkeit im Stande sind. Brechen im Strahl, sagt S. Und ich nicke, stimme zu und bin müde.

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3 Kommentare zu “Das Gewicht der Welt

  1. Also was schämen solltest du dich, mich in so einer dreisten Form zu plagiieren und dafür meine viehischen Nackenschmerzen hinhalten zu lassen. Habe ich gestern nicht gesagt, dass ein Gewicht auf meine Schultern drückt und mein Nacken fast explodiert? Ick habe zwar jesagt du hast bei mir Creative Commons Flatrate, aber 1. Musst du dazu einen Verweis machen, 2. Bewege in deinem Herzen ob es nicht moralisch verwerflich ist, mein Leiden als kreatives Blogfutter zu missbrauchen. Pfui! Ich gehe jetzt ein Pestobrot essen…

    • Liebe ruecklichter, erstens: Tranzendierst Du die Blogwelt von Pestobroten bereits ungemein. Zweitens: Shit, war das Deine Wortwahl? Wo war denn das gestern MEIN Hirn, dass sich das nur in mein Unterbewusstes eingeschlichen hat, aber nich auf der abrufbaren Oberfläche gelandet ist?!? Anyway – es ging mir … vielleicht auch um Dein Leid, weil ja: Um alles Leid, irgendwie. Das Gewicht der Welt eben.

      • Immerhin ist es ja irgendwie bei dir angekommen. Ist ja auch sehr amüsant zu sehen dass dein Unterbewusstsein mir zuhört während du das nicht peilst. Und das Gewicht der Welt – nunja – lastet auf unser aller Schultern. Massagen-Rezepte für alle!

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