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Bäm! Geschlecht sitzt doch viel tiefer als ich das in meinem Alltag gern wahrhabe 😦  Ein paar Gedanken zu Verhaltensmustern, Kompetenzen, Probleme in stereotyp weiblichen Sozialisationen

Der Kampf gegen rosane Mädchen und blaue Jungs ist ja durchaus salonfähig; dass man die eigene Tochter später mal nicht zur Prinzessin ausbilden will, kann man durchaus bei einem Kantinengespräch unterbringen, ohne dass einem sogleich ein Tuschelschwanz an Lästereien und Koseworten á la „Alice S.“ gestrickt würde.

Soweit, so gut, hier ist Queerness also salonfähig, der Versuch, Gender-Grenzen aufzubrechen also möglich.

Einen derben gedanklichen Rückschlag erlebte ich allerdings vor ein paar Tagen, als ich mir auf einer anderen Ebene und in einem anderen Kontext Gedanken über Weiblichkeit machte.  Ich hätte erwartet, all diese Punkte mal in einem Diagnosebogen eines Therapeuten über mich zu lesen, allerdings waren Internalisierung und „sozial sein“ hier plötzlich (?) quasi-Definitionen von Weiblichkeit. Also Verhaltensmuster, Kompetenzen, Probleme in stereotyp weiblichen Sozialisationen, die in der Dichte, wie sie mir vor ein paar Tagen entgegen traten, verblüffend waren.

Dass ich selbst mich zum Beispiel stark auf die Innenwelt orientiere, Probleme und Spannungen nach innen richte, Empathie und soziale Kompetenz mitbringe (wohin?), Beziehungskompetenz habe, an mir arbeite, wenig Abgrenzungsfähigkeit an den Tag lege, viel Energie aufwende für’s Nachdenken und Sprechen über Beziehungen, Probleme zu eigenen Problemen mache, nur konstruktive und zugewandte und soziale Gefühle nach außen tragen, weniger Wut, dass ich auf Selbstoptimierung achte anstatt mit Unrechtsbewusstsein zu reagieren, mich ergo selbst beschränke –  dass hätte ich vor einiger Zeit noch als „normal“ empfunden und von jedem anderen Menschen auch erwarten wollen. Dann stieß ich auf das Label „Hochsensibel“, fand das passend. Und nun höre ich, derart geballt, dass ich so ticke, weil ich Brüste habe.

Hier sticht pink nun tatsächlich. Während ich mit den allgemeinen Anforderungen an Frauen halbwegs klar komme, nun so eine Liste. Dass ich also ständig ein offenes Ohr habe, bei Problemgesprächen in medias res gehe – alles nur, weil ich ein Mädchen bin? Ob dann wohl die Welt leichter wird, wenn ich mir die Brüste abbinde und mal eine Weile nicht empathisch bin? Ich bin verwirrt.

Any thoughts on this? Please?!?

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