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Nein, gleich vorneweg: Ich hab das neue Sarrazin-Buch nicht gekauft, genauso wenig wie sein altes. Ich hab Buschkowsky nicht subventioniert und Eva Hermann auch nicht. Aber da Diskurse ja auch ohne konkrete Lektüre, vielmehr auch über Sekundärlesestoffe funktionieren, muss ich auch keinen Sarrazin im Hause stehen haben, um das Weltbild, das er vertritt, gefährlich und unangenehm zu finden. Derart gefährlich, als dass es in meinen Augen nicht fehl interpretiert ist, ihn in die Kategorie “Extremismus der Mitte” einzuordnen. Sicher, Sarrazin hat breite Zustimmung gefunden, nicht Wenige stimmen in sein Schimpfen ein und verfallen einem platten Othering, das u.a. auf ökonomistischen, xenophoben, sexistischen, Gewalt-bejahenden Versatzstücken beruht. Sarrazin ist salonfähig, seine Thesen sind deswegen aber nicht weniger krude.

Wenn man nun die Erkenntnis, dass Thilo Sarrazin zumindest dem Extremismus der Mitte zuzuordnen ist, erst einmal abschreckend findet, dann kann man sich der Realität durch thesenhafte Fragen nähern, und mit sich selber, dem Internet, Medien oder außerhalb von Oktoberfest-Stammtischen diskutieren, inwiefern die Dinge, die Sarrazin so in den Raum stellt, zumindest anschlussfähig für die Extreme Rechte sind.

Sarrazin bewertet Menschen anhand ihres Nutzens für andere; Existenz an sich geht nicht, man muss auch irgendwie ausbeutbar sein. Das ist nur ein Aspekt im Sarrazin-Kosmos; die anderen spare ich mir, die sind nachlesbar.

Viel eher will ich darauf hinweisen, dass viele der populistischen Auffassung, Sarrazin sei doch nicht extrem, sicher zustimmen würden. Genau das aber zeigt eben nicht, dass er Recht hat, sondern wie stark seine kruden Auffassungen in die Mitte der Gesellschaft gewandert sind und dort herzlich willkommen geheißen werden. Was also Anpassungen erfordert, ist der Begriff des Extremismus, den ich hier in Anlehnung an Birgit Rommelspacher eben als Extremismus der Mitte bezeichne. Was keine Anpassung erfordert ist weiterhin ein realistischen Fazit zu Sarrazin, nämlich dass er doof ist und bleibt. Eben: extrem doof :/

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Ein Kommentar zu “Extrem doof: Thilo Sarrazin

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