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Die wunderbare Claudi Feldhaus hat mich nominiert, die 10 Bücher, die mich am meisten geprägt haben, zusammenzutragen. Voilà – hier das Ergebnis. (Claudis eigene Top Ten sowie viel mehr von ihr und über sie findet ihr auf ihrem Blog Kakaobuttermandel)

„Entwicklungswunder Mensch“ – Ja, verdammt, die Liste der 10 Bücher, die mir am meisten jeprägt ham, beginnt mit nem Buch, das ich nicht gelesen habe. Dafür habe ich die Fotografien dieses Buchs verschlungen, eingesogen, gefressen. Als Kind habe ich dieses Buch immer wieder durchgeblättert, und war sprichwörtlich in den Bildern zu Hause. Hach. Zujejeben: Davor, es mal zu lesen, grault mir. Wer weeß, welch krude DDR-Erziehungsansichten die Kindergärtnerinnen-Mama da her hat. :/

Mei Ying: DIE ABENTEUER EINES KLEINEN MÄDCHENS. Auch ein Kinderbuch, eher moralisch, aber auch hier blieben die Bilder mir im Koppe. Hab’s letztes Jahr in einer Buchhandlung wieder entdeckt. Ein toller Fund.

Ulrich Plenzdorf: LEGENDE VOM GLÜCK OHNE ENDE. Das Buch habe ich meinem Vater bei einem Besuch in Dresden aus den Rippen geleiert. Ich glaube, es war irgendwann abends, wir waren stundenlang in einem Buchladen – herrlich. Ich erklärte, ich wolle just dieses Buch, er sagte: Das hätte er in mehreren Ausgaben zu Hause. Sein und mein Zuhause lagen aber auseinander, und auf Warterei hatte ich keinen Bock (ich war 15, und Geduld nicht meine Stärke). Dass Plenzdorfs Buch so eine Art Ikone und die Vorlage von „Paul und Paula“ war, wusste ich nicht. Aber ich hatte beim Lesen zum ersten Mal das beruhigende Gefühl, dass nicht jedes Buch mein Leben auf den Kopf stellen muss. Dass man auch kritisch lesen kann. Man, fühlte ich mich reflektiert.

Andreas Steinhöfel: DIE MITTE DER WELT. Eins der Bücher, das einen komplett verschlingt. So viel Gefühl, so viel emotionale Abenteuer. Ein Protagonist, der so herrlich-traurig verliebt ist. Hach.

Sylvia Plath: DIE GLASGLOCKE. Ich könnte die Story nur mit Mühe wiedergeben, aber das Buch war der Grund dafür, weswegen ich aufgehört habe, Joints zu rauchen: Ich hatte einen langen Tag auf einem irre schaukelnden Boot in der prallen Sonne verbracht, mir den Kopp gestoßen, Bier getrunken. Den Tag dann mit Kiffen zu krönen, war ne blöde Idee, ich landete im Bad meines damaligen Freundes, im Koppe drehten sich stundenlang die immer gleichen Gedanken. Dieser Psychosentrailer im Stile der Glasglocke hat mich irgendwie kuriert, seitdem keine Drogen, nur noch Junk Food, yeah!

James Baldin: GIOVANNI’S ROOM. Hab ich gelesen, als ich in den USA lebte. Baldwin schreibt: „I have a home to go to as long as I don’t go there.” Eine krass nahegehende Geschichte vom Dazu-Gehören-Wollen, von Einsamkeit und (enttäuschter) Vorfreude. Habe Lesezeichen und Zitatmarkierungen auf 34 der 224 Seiten.

T.C. Boyle: TORTILLA CURTAIN. Wow, wo fange ich hier an? Wieder mit dem Eingeständnis, das Buch nicht komplett gelesen zu haben? Nichtsdestotrotz: Der Tortilla Curtain ist ein kraftvolles Buch – gerade deswegen habe ich’s nach der Hälfte abgebrochen (und den Plot in einer weniger packenden Zusammenfassungsanalyse gelesen). Es geht um eine Gated Community in den USA, es geht um ein mexikanisches Pärchen, das versucht, hinter der US-amerikanischen Grenze zu überleben. So viele Träume, Hoffnungen, so viel Gewalt. Auf der anderen Seite der Gated Community, also im Innern, wohlbehütet, lebt so ein weißer Vorzeige-Amerikaner. Bei dem ist irgendwie alles gut. Dann fährt er den mexikanischen Protagonisten über den Haufen, und schert sich einen Dreck um ihn. Also immer noch alles gut?

Antje Wagner: UNLAND. Wow Wow Wow. So spannend, dass ich zum Klo nur mit Rückendeckung gehen konnte. Und nebenbei queere Figuren, als sei’s das Allerleichteste auf der Welt.

George Yancy und Janine Jones: PURSUING TRAYVON MARTIN. 80 Prozent meiner Bachelorarbeit sind aus diesem Buch abgeschrieben. Der Rest stammt von der wundervoll schlauen Sophie.

David Levithan: EVERYDAY. Ein Junge(?) erwacht jeden Tag in einem neuen Körper. Ich weiß nicht genau, ob dieses Buch mein Leben verändert hat. Aber als es zu Ende war, war ich am Ende, weil’s nicht weiter ging. I demand a Fortsetzung.

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