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Noch immer krankgeschrieben, hab ich den Brückentag heute im Café verbracht, den Blick rüber auf das Haus und in die Wohnung, die ich mit etwas Glück demnächst beziehen darf. Aber erstmal war anzunehmen, dass Frau Honig mir einen Termin beim Bürgeramt besorgt, so dass ich mich mit offiziellem Wohnsitz bei ihr melde, sollte ich auch nur ein Kapitel länger bei ihr verweilen.

Was ich gelesen habe, war Jennifer Niven’s All the Bright Places, ein Jugendbuch, das Selbstmordgedanken thematisiert. Passend zum Thema habe ich in den letzten Tagen auch ein paar Artikel zum Thema auf meiner Reading-List gehabt. Einer davon, aktuell von heute, befasst sich mit einem Selbstmord-Präventionsprogramm für LGBT-Jugendliche in Washington, DC. Dort wurde eine neue Richtlinie verabschiedet, die Suicide-Prevention-Trainings für Schulen im District entwickeln und organisieren soll. Leider ein wenig euphorisch und teilweise abgehoben, der Artikel, weil er erstmal nur das Vorhaben an sich beschreibt, und ein bissel in Lobhudelei versinkt.

Ebenfalls zum Thema gab’s neulich bei NPR einen Betrag dazu, aus welchen Gründen Grönland eine derart hohe Selbstmordrate hat. Da geht’s gar nicht so sehr um die Dunkelheit, sondern eher um die Veränderungen der indigenen Bevölkerung.

Gegen akut-ernsthafte Selbmord-Gedanken sicher kein Heilmittel, aber dennoch eine interessante Lektüre aus dem New Yorker darüber, welche therapeutische Wirkung Bücher und Lesen haben können.

Dann noch zwei Mal Islam, bzw. Wahrnehmungen des Islam. Das migazin stellt eine US-amerikanische Studie vor, die zeigt, dass Islam und Politik nicht in allen Ländern eine gleichermaßen ineinander verwobene Beziehung zueinander haben, sondern dass diese Verwobenheit von Menschen in unterschiedlichen Ländern eben … ganz unterschiedlich eingefordert wird. Auch hier gilt: nicht alles in einen Topf werfen.

Noch eine Umfrage zum Thema Islam, allerdings in mangelhafter Form: Bei ZEIT online heißt es, dass nichtmuslimische Menschen in Deutschland nur ganz wenig über den Islam wüssten, Muslime aber recht viel über’s Christentum. Ich weiß nicht, ob hier ein Machtgefälle ursächlich ist, und würde eher vermuten, dass religiöse Menschen generell auch ein bissel was über andere Religionen wissen. Und Atheisten-Babies wie ich eben generell wenig über den Islam order egal welche Religion sagen können. Schade also, dass der ZEIT-Artikel (bzw. die Studie selbst) nicht kenntlich macht, ob die befragten Nicht-Muslime in Deutschland denn irgendeiner anderen Religion angehörten. Das wäre dann nämlich ein Vergleich auf gleicher Ebene gewesen.

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3 Kommentare zu “Noch immer daheeme, noch immer schmökernd: Presseschau, the third

  1. Hm. Vor einer Weile hat aber auch mal eine Studie (deren Seriosität ich aber mangels Details mir nicht zu beurteilen zutraue) ermittelt, dass atheistische Menschen im Schnitt sogar mehr über Religionen wissen als theistische.

    • Stimmt, ich erinnere mich dunkel, sowas auch gehört zu haben. Allerdings hab ich mich damals schon gefragt: welche Art Wissen ist gemeint? Explizites, also angelesenes Wissen, aus (Schul-)Büchern, oder eher implizites Erfahrungswissen, welches eben auf kultureller Partizipation beruht, aber nicht immer expressiv verbis abrufbar ist? Wer, gemäß der erwähnten Studie, beruft sich da auf welches Wissen? Wäre m.E. interessant, dass offen zu machen. Oder?

      • Joa… Ich weiß gar nicht, ob nicht sogar die Frage schon zu unspezifisch ist.
        Atheisten sind eine ähnlich heterogene Gruppe wie “Leute, die nicht CDU wählen“, oder so, und ich zweifle, ob man sinnvolle Aussagen über die als Gruppe machen kann.

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