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Hm, Bildsprache. Oftmals subtil, dennoch entschlüsselbar. Das Logo der Deutschen Bank zum Beispiel: suggeriert einen Aufwärtstrend von links nach rechts, unseren westlichen Lesegewohnheiten entsprechend. Andersrum würden viele vermutlich gleich ganz pessimistisch gestimmt sein.

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Dass Bildsprache eben auch subtile Zwischentöne hat, scheint den aktuell amtierenden Berliner Bürgermeister Michael Müller jetzt aber nicht ganz so arg zu tangieren. Auf seinem derzeitigen Wahlplakat fährt er, den wir verschwommen erkennen können, eine Rolltreppe bergauf, während, und das scheint mir bezeichnend zu sein,  es für die Frau mit Kopftuch (die ich hier mal als Muslima lesen würde), treppab geht. Diese Abwärts-Metaphorik an sich mag ja noch kein Aufreger sein (besonders schlau finde ich sie allerdings auch nicht). Perfider finde ich die Blickrichtung, the Gaze: Müller, der zwar auch verschwommen erscheint (Tiefenschärfe sei Dank!) betrachtet die muslimische Frau, bei der allerdings nur das Kopftuch zentral erscheint; sie selbst wird von hinten gezeigt, erscheint demzufolge Gesichts-los, austauschbar, ent-individualisiert. Muslimische Frauen als symbolhaftes, kollektives, bergab-fahrendes Gegenüber in Müllers Berlin-Politik. Solch eine Interpretation von Zusammenleben ist meiner Meinung nach nicht gerade die beste Wahl, weder für ein Plakat, noch für Berlin.

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