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Jule war da und erklärt, sie kauft jetzt keine Bücher mehr. Wirklich keine, nicht mal nicht-analoge. Erstmal die alten Sachen weglesen. Sagt sie, und ich finde, sie spinnt. Immerhin hat sie in ein paar Tagen Geburtstag, da kann man doch nicht erklären, man wolle in Zukunft die schon besessenen Bücher mehr wertschätzen. Und ergo keine neuen mehr. Das ist beinah so, als erklärte man, man wolle keine Schokolade mehr essen, weil man habe ja schon. Ziemlicher Unfug, finde ich.

Aber dann nehme ich mir doch ein Beispiel an Jule und ihrem Vorschlag. Ich gehe zum Regal (Expedit und Kallax nehmen etwa so 4/3 meines Wohnzimmers ein) und greife nach Ninia LaGrande. Eine Frau mit einem Großbuchstaben mitten im Namen, das kann nur gut werden. Bloggeschichten sind das, und zwar ganz herrliche. Nicht alle, aber bei ganz vielen habe ich mich gefreut, dass Ninia LaGrande sie aufgeschrieben hat. Ja, bei manchen merkt man, dass da der Moment der Poetry Slam-Bühne fehlt. Die flutschen weniger, einfach weil sie im Buch nicht ganz so geil kommen. Im Blog, ihrer natürlichen Umgebung, oder eben auf den Brettern, die die Welt bedeuten (und die hoffentlich den Weg nach Oslo ebnen), entfalten die ganz sicher ihre volle Wucht. Die meisten Texte sind aber auch still und selbst gelesen gut. Und erzählen von Dörflern, die Menschen anstarren, die aus ganz, ganz kleinen Gläsern vermeintlich Cola trinken. Aber dann sinniert man mit Ninia doch über die Partys, auf die man nicht mehr gehen kann, aus Angst, dort seine Schüler zu treffen. Am Ende kriegen die durch die Begegnung mit dem besoffenen Penäler vielleicht noch einen kognitiven Schock, bleiben unbildbar und am Ende hat’s in Kaltland dann „ganz, ganz viele Doofe“. Mit Ninia LaGrande ist das dann zumindest unterhaltsam.
Edit: es muss mal noch gesagt sein, dass ich diese wunderbar tolle Lektüre in doppelter Hinsicht Jule zu verdanken habe. Die hatte mir das Buch nämlich mal geschenkt. Mit Widmung. Und da war klar, dass, wenn ich schon auf ihren verrückten Vorschlag höre, dann auch eines ihrer Bücher … dran glauben muss 😉

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