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Dieses Outing vorneweg: als Hengameh Yaghoobifarah im letzten Sommer im Missy Magazin über die Fusion geschrieben hat, habe ich bei Facebook „Gefällt mir“ geklickt. Ich fand, ihr Zerriss der Hippies auf dem Festival würde einen Nerv treffen: all die Gutmenschen,  die nicht nur immer gut drauf zu sein scheinen, nein, die sich auch dem Vergehen der kulturellen Aneignung schuldig machen. Mir gingen die auf den Zeiger, und ich fühlte ganz mit der Autorin.

Kaum war ich vom Klo runter und hatte das Handy wieder eingesteckt, musste ich mich gleich verteidigen: D. und L. und T. und einige andere fragten: Dir hat der Mist doch nicht wirklich gefallen?! Und plötzlich fühlte ich mich ertappt. Hatte ich in der Matheklausur vom Vormann den falschen Rechenweg abgeschrieben? War ich in der Sonne kurz schwach geworden und auf die falsche Seite einer Demo geraten? Ich mag und mochte D. und L. und T., und wenn die mich grade in die Seite boxten und mir andeuten wollten, dass ich grade Mist gebaut habe – sollte ich das dann nicht ernst nehmen?

Die Fragen, die Yaghoobifarah, und mit ihr der Diskurs, diskutieren, sind weder einfach noch belanglos. Es geht, wie schon angedeutet, um kulturelle Aneignung, aber auch um Critical Whiteness, um die Kritik der Kritik am Postkolonialen, es geht um Privilegien und Anti-Privilegien. Das kann ich so aufzählen, aber erklären, fürchte ich, kann ich es nicht. Was ist das, dieses Aneignungs-Gedöns? Was soll die Kritik daran, und inwiefern ist es wichtig, doch in den Blick zu nehmen, wer welche Seite innerhalb der Diskussion einnimmt? Was hat das Ganze mit Beißreflexen zu tun, und wer beißt hier eigentlich wen? Und sagt es etwas, dass die Leute in den Diskussionen von der Autorin immer als Hengameh reden, anstatt sie beim Nachnamen zu nennen? Das ist alles weit davon entfernt, ein fertiger Blogeintrag zu sein. Aber so fragmentarisch wie dieser Post sind auch meine Gedanken dazu. Vielleicht könnt Ihr Euch ja kommentierend einbringen, und L. entlasten, der zu viel seiner Uni-Zeit auf diese Diskussion verwendet hat. Ich denke auch mit, und mit etwas Glück und Fokus kommt demnächst ein weiterer Artikel zu dem Thema …

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